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An dieser Stelle sollen einige interessante Pressenachrichten und sonstige Äusserungen präsentiert werden, die zum Selbstverständnis der Nachhilfelehrer/innen beitragen und grössere gesellschaftliche Zusammenhänge berühren. VORLESEN SOLL SCHULE MACHEN Folgen von Pisa: Stadtbücherei, Literaturhaus und Breuninger-Stiftung gründen ein Netzwerk
Artikel aus der Stuttgarter Zeitung vom 17.10.2002
Wer verstehen will, muss lesen können. Doch der Zugang dazu ist für viele Kinder Knochenarbeit. Ein Pilotprojekt von Bücherei, Literaturhaus und Breuninger-Stiftung soll das Sprachverständnis schulen. Der Trick: es macht Lust auf Geschichten. Von Inge Jacobs Fernsehen oder Videos mögen für Kinder spannend sein - aber das Sprachvermögen wird dadurch kaum geschult. Aber wie bringt man heute überhaupt noch Bücher an die Kinder? Oder gar Leselust? "Durch Vorlesen", meint Karin Rösler. Sie leitet die städtische Kinderbücherei im Wilhelmspalais und weiß, wie schwer vielen Kindern das Lesen fällt, besonders am Anfang, und vor allem auch ausländischen Kindern. Durch Vorlesen könne man "Kindern zeigen, wie spannend Geschichten sind". Karin Rösler betont aber auch: "Der Weg in die Bücherei ist erst der zweite Schritt." Also haben sich Bücherei, Literaturhaus und die Breuninger-Stiftung überlegt, wie der erste Schritt aussehen könnte. Sie haben jetzt das erste vernetzte Stuttgarter Vorleseprojekt gestartet. Es beginnt zunächst mit einer Modellphase in der Vogelsangschule. Alle vier zweiten Klassen sind daran beteiligt, also Kinder, die gerade lesen gelernt haben. Am Elternabend vermittelten Rösler und ihre Kollegen den Vätern und Müttern, wie das Sprachverständnis ihrer Kinder gezielt verbessert werden soll. "Wir haben offene Türen eingerannt, die Eltern waren begeistert", berichtet Rösler. "Viele haben das Bedürfnis, in dieser Richtung was für ihre Kinder zu machen, wissen aber nicht, wie." Das bestätigt auch Carmen Ganter, Lehrerin von Zweitklässlern an der Vogelsangschule. Die Buch- und Vorlesetipps von Fachleuten seien "eine gute Sache" und von den Eltern sehr begrüßt worden, wie überhaupt die Initiative der Bücherei. Denn die Fahrbücherei rolle aus Kostengründen leider nur noch für die Zweitklässler auf den Schulhof. Auch ihr selbst und ihren Kollegen sei dabei bewusst geworden, wie wichtig das Vorlesen sei. Zur angekündigten Leseparty im Literaturhaus, einem Höhepunkt des Projekts, hätten sich viele Eltern mit ihren Kindern spontan angemeldet, so Ganter: "Kinder sind begeisterte Zuhörer." Geplant sind ferner Lesezelte, es werden Geschichten szenisch vorgetragen, auch der Kinderbuchautor Joachim Friedrichs ist dabei - doch die Party richtet sich nur an die Vogelsangschüler. In den Stuttgarter Kinderbibliotheken läuft zudem ein Sonderprogramm: Bücherpäckchen zum Schmökern werden bereitgestellt. Außerdem geben Kinderbuchautoren Einblicke in ihre Schreibwerkstatt, Märchenerzähler locken, und Kindertheater öffnen den Vorhang für die Literatur. "In Stuttgart und im ganzen Land fehlen Schulbibliotheken, also Einrichtungen vor Ort", sagt Rösler. Dies sei ein Finanzierungsproblem. Die Auswertung des Pilotprojekts an der Vogelsangschule solle zeigen, wie wirkungsvoll ein solches Vorgehen sei. Parallel folge man aber auch einer Initiative der Stiftung Lesen und suche (unter Telefon 2 16-57 60) so genannte Vorlesepaten: Menschen, die Lust und Zeit haben, Kindern Geschichten vorzulesen. "Das wollen wir in Stuttgart stadtteilweise starten", kündigt Rösler an. Mit eigenen Fortbildungsveranstaltungen sollen diese künftigen Paten zu Stadtteilvorlesern geschult werden, die dann gezielt von Kindergärten oder Schulen abgerufen werden können. Auch das Jugendamt will diesen Service nutzen, um die Sprachkompetenz in Kindergärten zu verbessern. "Wir haben festgestellt: Kinder brauchen eine Bezugsperson, um einen Zugang zur Literatur, zu Büchern zu kriegen", sagt der Abteilungsleiter Hans-Ulrich Simon. Man hoffe daher auf Kontinuität bei den künftigen Vorlesepaten. Es gehe auch um Sprachvorbilder und Sprechanlässe.
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Links: offizielle PISA Seite (engl.) deutschsprachige Zusammenfassung der PISA Studie (pdf) Nachhilfe als geringfügige Beschäftigung (1) Nachhilfe als geringfügige Beschäftigung (2) Hinweise für minderjährige Nachhilfelehrer/innen Allg. Thema |